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LKW Fahrer finden

Was muss man tun, damit ihre LKW Fahrer nicht gleich wieder abwandern?

11.02.2022
Tobias-Stancke-1967
Was muss unternommen werden, damit sie sich nicht an die Konkurrenz abseilen, weil sich irgend eine kontroverse Kleinigkeit in Ihrem Unternehmen mangels Kommunikation nicht regeln lässt?
 
Gute Arbeitsbedingungen sollten selbstverständlich sein, aber das reicht bei Weitem nicht aus, sie zu halten!
Zunächst sehen Sie, der Logistiker, die Lenker Ihrer Transportfahrzeuge als Kostenfaktor, was sie ja auch sind. Das ist demnach Ihr gutes Recht und Pflicht als Unternehmer.
 
Aber:
Den Mensch als Individuum darf man nicht aus den Augen verlieren.
 
Mehr noch, man muss sich ihm widmen, mit ihm reden und zuhören! Seine zahlreichen Probleme, die sich im Verlauf eines Arbeitstages auftürmen, verstehen und versuchen, sie zu reduzieren.
 
Sind Sie nicht selbst schon auf dem Bock gesessen, bevor Sie das Lenkrad gegen den Chefsessel eingetauscht haben? Dann wissen Sie bestens, was da auf den Fahrer alles zukommen kann.
 
Alle Abläufe und Prozesse innerhalb der Transportbranche sind hauptsächlich darauf ausgelegt:
 
Fahren, fahren, und nochmal fahren.
 
Damit das von den Kosten her effizienter wird, tüftelt man an allerhand technischen Neuerungen und Verbesserungen. Eine neu konzipierte Zugmaschine beispielsweise soll deutlich leichter werden, das würde Diesel und demzufolge einiges an Kosten einsparen. Verbesserte Kamera-, Radar- und Sensorsysteme sollen dem Fahrer die Arbeit erleichtern. Auch Stauraum in der Fahrerkabine soll er ausreichend zur Verfügung haben. Die Fahrerkabinen von Mercedes, vor allem die Serie "Homeline", erinnert mit seinem edlen Interieur eher an eine Staatskarosse, als an eine LKW-Fahrerkabine.
 
Gefällt das dem Fahrer?
 
Er liebt den Gestank von Diesel und Wagenschmiere! Die "Duftmischung" aus kaltem Rauch und abgestandenem Bier, alten Bierleitungen in billigen Kneipen zieht er dem Duft von Rasierwasser vor. Seine Fahrerkabine ist Wohn-, Ess- und Schlafzimmer gleichermaßen. Wenn er schlafen will oder muss, liegt er in einer Art Heringsbüchse, direkt hinter oder über seinem Arbeitsplatz. Eine klaustrophobische Veranlagung darf er jedenfalls nicht haben.
 
Der italienische Nutzfahrzeugbauer IVECO arbeitet an einem Konzept einer innovativen Fahrerkabine. Den Fahrer beabsichtigen sie künftig umzutaufen in OLO (Onboard Logistic Operator). Das Lenkrad soll einer Art Joystick weichen, das Armaturenbrett erinnert an eine Spielekonsole. Die gesamte Inneneinrichtung wird extrem futuristisch sein.
 
Das alles sind Vorstellungen, die dem Fahrernachwuchs sicher in die Karten spielen. Je mehr Elektronik, desto besser und attraktiver.
 
Wir meinen, dem alteingesessenen Fahrer, der sich selbst als 'alter Hase' betitelt, wird es egal sein, ob man ihn Fahrer oder OLO nennt. Die Arbeit und vor allem die Arbeitszeiten werden sich deswegen nicht ändern. Auch wird dadurch seine Brieftasche nicht umfangreicher werden.
 
Die Frage ist:
 
Wo bleibt der Fahrer als Mensch?
 
Mit all seinen Problemen? Mit seinem Ringen nach Anerkennung? Die Wertschätzung des Berufsstandes lässt ohnehin schon seit längerer Zeit sehr zu wünschen übrig.
 
Wie reagieren Sie, wenn Ihr eigener Sohn stolz eröffnet, er möchte Trucker werden?
 
Lagerfeuerromantik war gestern. Heutzutage gibt es überhaupt keine Romantik mehr.
Doch, halt stopp!
 
Echte Trucker (damit meinen wir die Sorte Fahrer von gestern, die vom Aussterben bedroht ist), gibt es schon noch. Diese Haudegen zerreißen sich für Sie als Firmenchef, um die Ladung pünktlich und unversehrt an-/abzuliefern. Sie hauen schon auch mal auf den Tisch, wenn es nicht zügig genug vorangeht! Sie lassen sich von keinem anschnauzen, und schon gar nicht unberechtigt!
 
Aber wo kriegen Sie diese urigen Typen her?
 
Die Antwort ist einfach: Von pesbe.de

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